Meinungen

Die Unternehmenskommunikatoren als Beziehungs- und Kulturmanager

Die Diskussion über die Weiterentwicklung der internen Kommunikation durch den Einsatz von Social Media-Plattformen wird in den Unternehmen vielfach auf eine medientechnische Frage reduziert. Dabei geht es vorrangig um die Frage, ob das Unternehmen ein Mehr an Offenheit, Dialog, Feedback, Austausch, Selbstverantwortung und Partizipation, verbunden mit einem Weniger an Informations- und Meinungskontrolle und einem Weniger an Kommunikation, die sich an Hierarchien und Organigrammen orientiert, verträgt  bzw. anstrebt. Das heißt, es steht die Frage einer mehr oder weniger tief greifenden Veränderung der Kommunikations- und Führungskultur im Raum. Für die Unternehmens-kommunikatoren bedeutet dies, dass sie ein Stück weit ihre bisherige „Kommunikations- und Deutungshoheit“ verlieren. Geschäftsleitung und Kommunikatoren müssen lernen damit umzugehen, dass künftig unabgestimmte, nicht-autorisierte Aussagen von Mitarbeitern die interne Kommunikation verstärkt beeinflussen. Dadurch kommt auf die Unternehmenskommunikatoren eine neue Rolle zu: die des „Beziehungs-und Kulturmanagers“.          

Dessen Aufgabe ist es, die Kommunikationsplattformen und -situationen zu schaffen, die den gewünschten offenen Meinungsaustausch und Dialog fördern oder überhaupt erst ermöglichen – und zwar den Dialog zwischen allen internen Stakeholdern: zwischen den Mitarbeitern bzw. zwischen unterschiedlichen Mitarbeitergruppen ebenso wie z. B. zwischen Führungskräften und Geschäftsleitung und zwischen Mitarbeitern und Geschäftsleitung. Hierbei geht es nicht um den Dialog um des Dialogs willen, sondern um den Dialog als die Kommunikationsdimension von Partizipation. Dahinter steht das Ziel, die Arbeits- und Geschäftsprozesse im Unternehmen bestmöglich zu gestalten und effizient auszuführen. Mehr Verantwortung und mehr Partizipation für die Mitarbeiter bedeutet in der Konsequenz, die Unternehmens- und Führungskultur in diese Richtung zu verrändern. Gelingt es der Funktion Interne Kommunikation diese Rolle des Beziehungs- und Kulturmanagers erfolgreich wahrzunehmen, dann leistet sie damit einen substanziellen Beitrag zur Wertschöpfung im Unternehmen.